Nissan und ENEL verwandeln E-Autos in rollende Energiespeicher

9.12.2015 Paris, Frankreich. Am Rande der Weltklimakonferenz COP21 in Paris haben Nissan – mit dem Leaf Hersteller des weltweit erfolgreichsten Elektrofahrzeugs aller Zeiten – und Europas zweitgrößter Energieversorger ENEL gestern die Weichen für eine neue Form des Energiemanagements von Privathaushalten und Flottenbetreibern gestellt.

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Die neue Technologiepartnerschaft verfolgt das Ziel, Elektrofahrzeugen eine aktive Rolle auf dem Energiemarkt zuzuweisen. Indem sie elektrischen Strom nicht nur verbrauchen, sondern auch speichern und wieder abgeben können, sollen EVs ihren Besitzern künftig eine finanzielle Entlastung bieten. Erste Tests mit in das Stromnetz integrierten Fahrzeugen haben bereits begonnen.

„Nissan ist der weltweit führende Anbieter von Elektroautos. Wir haben eine größere Erfahrung und mehr verkaufte Fahrzeuge als die anderen und unsere Zukunftspläne sind glaubwürdiger“, sagt Paul Willcox, Chairman von Nissan Europa. „Unsere Partnerschaft mit ENEL zeigt, dass wir in einem Auto künftig mehr sehen als nur ein bloßes Fortbewegungsmittel. In Zukunft kann man es auch nutzen, um das Haus oder das Büro mit Strom zu versorgen. In letzter Konsequenz werden der Nissan Leaf und andere V2G-taugliche Modelle zu voll integrierten Teilen der nationalen Stromnetze.“

Willcox weiter: „Eine nachhaltiges Transportwesen der Zukunft erfordert bessere Schnittstellen zwischen Fahrzeugen, Versorgungsunternehmen, erneuerbaren Energiequellen und Gebäuden. Daher ist die heutige Ankündigung so wichtig – sie ist der erste Schritt in Richtung eines wirklich integrierten Eco-Systems für automobile Energie. Da sich Energiemarkt und Automobilindustrie immer mehr annähern und wir einer elektrifizierten Zukunft entgegen sehen, sind die Möglichkeiten für ein optimiertes Energiemanagement so groß wie nie. Die V2G-Technologie bringt uns dieser Vision wieder einen Schritt näher und unterstreicht den ganzheitlichen Ansatz von Nissan bei der Entwicklung des EV-Systems – er geht weit über das reine Fahrerlebnis hinaus.“

Im Zuge der Vereinbarung zwischen Nissan und der ENEL Group werden die ersten Versuchsfahrzeuge auf Märkten eingesetzt, auf denen eine ausreichende Wertschöpfung in Aussicht steht. Den Anfang macht Dänemark, gefolgt von Deutschland, den Niederlanden und skandinavischen Ländern.

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Ernesto Ciorra, Chief Innovation Officer von ENEL, sagt: „ENEL ist führend bei der Entwicklung und Einführung von V2G-Infrastruktur. Dabei sind Elektrofahrzeuge zentrale Bausteine eines zukünftigen Energiemanagements, denn sie emanzipieren sich immer deutlicher von der Rolle als reine Mobilitätslösungen. Technologien wie Vehicle-to-Grid haben das Potenzial, Energiesysteme zu transformieren. Wir freuen uns, diese Vision zusammen mit Nissan Wirklichkeit werden zu lassen. Unter dem Eindruck einer hohen Belastung der Netze und einer zu großen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erhalten Fahrer eines V2G-kompatiblen Modells à la Nissan Leaf die Möglichkeit, Energie zu speichern und sie ins Netz einzuspeisen. Für die Elektromobilität sind das aufregende Zeiten.“

Die Vehicle-to-Grid (V2G)-Technologie erlaubt es, entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge wie den Nissan Leaf im parkenden Zustand an das Stromnetz anzubinden. Die Folge: Privatbesitzer oder Firmen mit einer großen Flotte von Elektromobilen können ihre Fahrzeuge in Stromumschlagplätze verwandeln. Leaf-Nutzer erhalten die Möglichkeit, ihr Auto während günstiger Nachtstromtarife aufzuladen und die in der Batterie gespeicherte Energie während der teureren Tagstunden an den Haushalt abzugeben oder sie sogar ins öffentliche Netz einzuspeisen – und auf diese Weise das Haushaltsbudget zu entlasten.

Beispiel Frankreich: Hier sind 38 Millionen Fahrzeuge registriert; die Stromerzeugungskapazität beträgt 130 GW. Angenommen in Zukunft wären alle zugelassenen Modelle reine Elektroautos oder Plug-in-Hybride, würde bei deren Integration ins Netz ein neuer Energiespeicher mit einer Leistung von 380 GW (also fast dreimal so viel wie die heutige Stromproduktion des Landes) entstehen.

Die von Nissan und ENEL unterzeichnete Vereinbarung setzt auch auf eine gemeinschaftliche Entwicklung innovativer Energiemanagement-Dienstleistungen durch die Wiederverwendung von EV-Batterien sowie Ladestationen für EV-Taxi-Unternehmen.

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