MXoN – Der Kader des Team Germany 2015

29.6.2015 München. Der Kader für das beliebte „FIM Motocross of Nations“ stellt den Teamchef der Mannschaft jedes Jahr wieder vor die größte Herausforderung in seiner Funktion als Koordinator, Organisator und Motivator.

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Schon Monate vor dem prestigeträchtigsten MX-Event der Welt muss er sich über die derzeit besten Piloten des Landes informieren, ihre Erfolge beobachten und ihre Stärken ermitteln.

Die Entscheidung, wer dann letztendlich als Nominierter für das Nationenteam infrage kommt, ist demnach keine leichte. Im Gegenteil – der Teamchef hat oftmals die Qual der Wahl. So ergeht es auch Hubert Nagl, dem Teamchef des Team Germany. In diesem Jahr hat er gleich sechs Fahrer für den Kader der deutschen MX-Nationalmannschaft nominiert:

Max Nagl

Max Nagl ist der älteste Teilnehmer des deutschen MXoN-Teams und gilt in der Motocross-Szene als echtes Arbeitstier. Der Weilheimer überlässt für gewöhnlich nichts dem Zufall und trainiert hart für seinen Erfolg. Bislang gewann er zweimal die ADAC MX Masters-Serie, wurde einmal Vize-Weltmeister in der MX1-Weltmeisterschaft, stand bisher bei insgesamt acht Grand Prix am Ende des Tages ganz oben auf dem Podium und glänzte durch 27 Laufsiege in der Weltmeisterschaft. Der 27 Jahre alte IceOne Factory Husqvarna-Fahrer befand sich auch in der aktuellen Saison in Topform und stand in der MXGP-Tabelle bis zur Veranstaltung in Teutschenthal auf Platz eins der Tabelle.

Trotz der Verletzung, die er sich im Talkessel zugezogen hat und einer damit verbundenen Nullrunde, ist der ersehnte Weltmeistertitel nach wie vor in Reichweite. Mit diesem MXGP-WM-Titel könnte der Bayer seiner Karriere noch einmal einen ordentlichen Schub nach vorne verpassen. Einen WM-Titel holte sich Nagl bereits 2012 im Rahmen der Motocross-Mannschafts-Weltmeisterschaft. Gemeinsam mit Marcus Schiffer und Ken Roczen fuhr er vor drei Jahren im belgischen Lommel der internationalen Konkurrenz davon und freute sich schließlich über den Sieg bei der prestigeträchtigen MX-Veranstaltung. Der Bayer gehört mittlerweile bereits zum sogenannten Inventar der deutschen Mannschaft. Bis auf wenige verletzungsbedingte Pausen wirkt Nagl bereits seit 2003 beim MXoN mit.

Ken Roczen

Ken Roczen ist der bislang erfolgreichste deutsche Pilot beim MX of Nations. Er holte sich nicht nur zusammen mit dem Team Germany den WM-Mannschaftstitel im Jahr 2012, er wurde zudem auch von 2010 bis 2013 vier Mal in Folge als bester MXoN-Fahrer der Klasse MX2 geehrt. 2011 fuhr der Mattstedter noch vor seinem 18. Lebensjahr den MX2-Weltmeister-Titel ein und ließ sich damit als jüngster Motocross-Weltmeister aller Zeiten feiern. Seither ist das Talent aus Thüringen nicht mehr zu bremsen. Roczen entschied sich dazu, seine Erfolgsserie in den USA fortzuführen und wanderte aus.

Ein Schritt, den der Thüringer bis heute nicht bereut. Nach einem Schnupperjahr in den Vereinigten Staaten sicherte er sich die 250 West Coast SX-Meisterschaft und beendete die 250er MX US National-Serie als Zweiter. Seit 2014 fährt der 20-Jährige auf einer 450er und konnte auch mit dem größeren Motorrad direkt Erfolge feiern. Gleich bei der ersten Veranstaltung der 450 Supercross-Meisterschaft in Anaheim/Kalifornien stand der Wahl-Amerikaner als Erster auf dem Podium und punktete insgesamt als Drittbester der ganzen Serie. Was beim Supercross nicht ganz klappte, funktionierte dafür beim Motocross, denn „Kenny“, wie er in der MX-Szene genannt wird, wurde mit der 450er auf Anhieb amerikanischer Motocross-Champion und versucht dort aktuell seine Nummer 1 auf dem Bike zu verteidigen.

Dennis Ullrich

2013 gingen Max Nagl und Ken Roczen mit dem mittlerweile zweifachen ADAC MX Masters-Champion Dennis Ullrich als Team Germany an den Start. Beim Motocross der Nationen in Teutschenthal waren die drei Jungs allerdings nicht mehr so erfolgreich wie im Jahr zuvor. Das Trio landete zwar immer noch unter den Top Ten, musste sich jedoch mit einem siebten Rang in der Gesamtwertung zufrieden geben. „Ulle“ ist seither ein festes Mitglied des deutschen Kaders.

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Der Profi ist seit 16 Jahren auf Rennstrecken unterwegs und hat seither eine beachtliche Sammlung an Pokalen zuhause stehen: 2013 und 2014 gewann der Pilot aus Kämpfelbach die ADAC MX Masters-Serie, 2010 heimste er den Sieg im ADAC MX Youngster Cup ein, nachdem er zwei Jahre zuvor bereits als Vizemeister des ADAC MX Junior Cups von sich reden gemacht hatte. Zusätzlich punktete der Suzuki-Pilot als Deutscher Meister der Klasse MX2 sowie als Deutscher Meister der 85er-Klasse. „Motocross ist mein Leben. Mit fünf Jahren saß ich das erste Mal auf einem Motorrad, mit sieben konnte ich meine erste Trophäe in der 50er-Meisterschaft im Rahmen des DJMV (Deutscher Jugend Motocross Verband) mit nach Hause nehmen. Der Sport hat mich quasi von klein auf infiziert, ich wollte eigentlich nie etwas anderes machen als Motocross fahren“, berichtet der 21-Jährige. 2014 erkämpfte er sich bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft im lettischen Kegums zusammen mit Max Nagl und MXoN-Newcomer Henry Jacobi Rang fünf.

Angus Heidecke

Der 25-Jährige fährt seit vielen Jahren konstant an der Spitze der nationalen Meisterschaften, was sein Steckbrief mit den zahlreichen Vize-Titeln in den Klassen DM, MX2 und Open belegt. 2015 scheint der aus Sachsen stammende KTM-Fahrer alle Puzzleteile richtig zusammengefügt und weiter an Speed gewonnen zu haben. Heidecke präsentiert sich aktuell nicht nur ausgezeichnet in der ADAC MX Masters-Serie, er zeigt auch gute Leistung in der MXGP-Weltmeisterschaft, wo man ihn derzeit auf Rang 33 findet.

„Ich habe im Vergleich zu den letzten Jahren meine Einstellung etwas geändert und wieder richtig Spaß am Motorrad fahren. Ich denke, dass ich genau aus diesem Grund und auch zusammen mit meinem Fitnessprogramm einen Schritt nach vorne gemacht habe und somit ebenfalls in der WM regelmäßig Punkte einfahren kann. Ich freue mich natürlich sehr über meine Nominierung für das Team Germany. Bis zum Rennen kann noch viel passieren, aber wenn ich tatsächlich den Zuschlag bekomme, werde ich alles für Deutschland geben“, weiß Heidecke sicher.

Henry Jacobi

Henry Jacobi ist eines der wenigen deutschen Talente, das nicht nur sehr früh mit dem Motocross begonnen hat, sondern sich zudem früh auf internationalem Terrain versuchen und beweisen konnte. Der 18-Jährige ging durch die Schule des ADAC MX-Programms, wurde 2010 Junioren-Weltmeister der Klasse bis 85ccm und kämpfte sich in den Jahren danach durch die harte Konkurrenz der 125er- und 250er-Europameisterschaft. 2015 ging es für den Thüringer noch einmal einen Schritt nach vorne, sodass er sich mittlerweile regelmäßig in den Punkterängen der MX2-Weltmeisterschaft wiederfindet.

Jacobi ist auf dem MX2-Bike zuhause und kam bereits vergangenes Jahr durch seinen Kampfgeist im Team Germany zum Einsatz, als er sein Heimatland an der Seite von Max Nagl und Dennis Ullrich beim MXoN vertreten durfte. „2014 war alles ziemlich neu für mich und ich musste zunächst mal mit dem ganzen Trubel rund um die Veranstaltung klarkommen. Trotzdem war es etwas ganz Besonderes für mich, mit meinem großen Vorbild Chad Reed und anderen Topstars Rennen zu fahren. In diesem Jahr bin ich die WM gewohnt und würde vermutlich etwas abgeklärter am Start stehen – und die harte Strecke in Ernée sollte mir auch deutlich besser liegen als der Sandkurs in Lettland“, erklärt der KTM-Pilot.

Brian Hsu

Brian Hsu ist genau wie Henry ein begnadeter junger Motocrosser, der sich nie davor gescheut hat, bei Europa- oder Weltmeisterschaften teilzunehmen. Und genau dieser Einsatz wurde auch bei ihm bereits durch erstklassige Erfolge gekrönt. Der Sohn einer taiwanesischen Mutter und eines ungarischen Vaters ist sowohl zweifacher Junioren-Weltmeister als auch zweifacher Europameister. Mit 17 Jahren ist der Suzuki-Fahrer zwar das jüngste Mitglied im Team-Germany-Kader, doch durch seine bisherige MX-Karriere steht er seinen Kollegen in der Nationalmannschaft in nichts nach.

Genau wie die anderen fünf Nominierten sitzt Hsu bereits seit Kindesalter auf der Crossmaschine und ist von dem Extremsport fasziniert. „Mein Vater ist mit mir damals mal am Strand gefahren. Seitdem bin ich infiziert“, so der 17-Jährige. Für ihn sei es immer wieder spannend, welche Möglichkeiten man durch einen starken Willen und eine gute Kontrolle über sein Bike hätte. Sein Erfolgsrezept: fair fahren, Ruhe bewahren und achtsam sein. Diese Saison konnte das in Freiburg geborene und in Italien lebende MX-Talent bereits mehrfach von sich reden machen. In der Europameisterschaft der Klasse EMX250 fuhr er einige wichtige Punkte ein, in Teutschenthal stand Hsu sogar auf dem Podium und im ADAC MX Youngster Cup liegt der 17-Jährige aktuell an der Tabellenspitze.

Wer am Ende der Saison tatsächlich in Ernée an den Start gehen und Deutschland bei der Motocross-Mannschafts-Weltmeisterschaft repräsentieren wird, entscheidet Teamchef Hubert Nagl erst kurz vor der Veranstaltung.

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