Continental für Forschung am Löwenzahnreifen von Universität Münster ausgezeichnet

26.6.2018 Hannover. Das Technologieunternehmen Continental hat gemeinsam mit dem Münsteraner Professor Dr. Dirk Prüfer den Transferpreis der Universität Münster für das Forschungsprojekt Taraxagum erhalten.

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Ziel der Forschung ist es, aus der Wurzel des Russischen Löwenzahns natürlichen Kautschuk für zahlreiche Gummianwendungen zu gewinnen. Ausgezeichnet wurde der erfolgreiche Know-how-Transfer aus der Biotechnologie-Forschung in die wirtschaftliche Anwendung.

Mit Hilfe einer in Münster entwickelten Biotechnologie verkürzen die Wissenschaftler die Zeitspanne, die benötigt wird, um eine ertragreiche und damit industriell nutzbare Löwenzahnpflanze zu züchten. Der Transferpreis der Universität Münster ist mit 10.000 EUR dotiert. Das Preisgeld wird für die Arbeit des Botanischen Gartens der Universität Münster gespendet. Hier begann die Aufzucht der ersten Löwenzahnpflanzen für die Forschung am Löwenzahnkautschuk.

Noch in diesem Jahr plant das Technologieunternehmen die Eröffnung eines eigenen Taraxagum-Forschungslabors in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern. Lokal gewonnener Kautschuk wird lange Transportwege und so Kohlendioxidemissionen einsparen. Continental erwartet frühestens in fünf Jahren die Serienreife des Löwenzahnreifens.

Hintergrund zum Löwenzahnkautschuk

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Der Russische Löwenzahn hat eine spannende Eigenschaft: Sein Milchsaft enthält hochmolekularen Kautschuk, also lange Ketten aus Kautschuk-Molekülen, die für viele Gummiprodukte ein wichtiger Rohstoff sind. Versuche, diesen Rohstoff zu nutzen, waren in der Vergangenheit jedoch wenig erfolgreich.

Das ist seit Kurzem anders: Der Reifenhersteller Continental stellte Prototypen von LKW- und PKW-Reifen aus Löwenzahnkautschuk her. Derzeit investiert Continental 35 Millionen Euro in ein Forschungslabor für Löwenzahnkautschuk in Mecklenburg-Vorpommern, unterstützt vom dortigen Wirtschaftsministerium.

Dass der Löwenzahnkautschuk jetzt nutzbar gemacht wird, ist dem Forscherteam um Prof. Dr. Dirk Prüfer zu verdanken. Der Biotechnologe ist Professor für Biotechnologie der Pflanzen an der WWU und Leiter der Abteilung „Pflanzliche Biopolymere“ am Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie, Außenstelle Münster. Die Wissenschaftler hatten ursprünglich allerdings nicht an die Anwendung gedacht. „Unser Mandat ist es nicht, Reifen zu bauen. Wir wollen die molekularen Grundlagen der Kautschuk-Biosynthese in der Pflanze verstehen“, sagt Dirk Prüfer.

Genau dieses biologische Verständnis rückt nun die industrielle Nutzung in greifbare Nähe. Zwar enthält Russischer Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz) mehr Kautschuk als andere Löwenzahn-Arten. Dennoch reicht die Menge für eine Produktion im Industriemaßstab noch nicht aus. Und so robust und anspruchslos Löwenzahn auch ist – er ist keine Ackerpflanze, die stabile Erträge liefert und damit rentabel ist. Bis jetzt jedenfalls. Durch gezielte Zuchtprogramme ändert sich das derzeit.

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