Großer Preis von Großbritannien 2014 – Vorschau

29.6.2014 Der neunte WM-Lauf der Formel 1-Saison 2014 findet im Rahmen des Großen Preises von Großbritannien auf dem Silverstone Circuit statt.

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Lewis Hamilton
„Es war großartig für das Team, in Österreich erneut einen Doppelsieg zu erzielen und ich bin sehr stolz auf all die harte Arbeit, die jeder leistet, um uns in dieser Saison an der Spitze zu halten. Natürlich war es nicht das Ergebnis, das ich mir persönlich erhofft hatte und es war enttäuschend, dass ich kein Kapital aus meiner Pace schlagen konnte, die klar ersichtlich war. Letztlich war der zweite Platz aber eine gute Schadensbegrenzung. Silverstone ist selbstverständlich ein ganz besonderes Rennen für mich und die Unterstützung für mich ist dort absolut unglaublich. Die britischen Fans sind die Besten auf der Welt und es ist wirklich überwältigend, wenn dich tausende Menschen unabhängig vom Wetter oder dem Ergebnis frenetisch anfeuern. In der Saison 2008 habe ich das Rennen im Regen gewonnen und das war einfach ein unglaubliches Gefühl. Am Ende hatte ich beinahe 60 Sekunden Vorsprung – ich habe jeden bis zum dritten Platz überrundet, was eine unwirkliche Erfahrung war. Solch ein Rennen hätte ich mir im Voraus nie erträumt oder erhofft – schon gar nicht bei meinem Heimrennen. Das gehört sicherlich zu den schönsten Momenten meiner bisherigen Karriere. Es war fantastisch, den goldenen Pokal vor heimischem Publikum in Empfang zu nehmen und ich bin fest entschlossen, dies in diesem Jahr zu wiederholen.“

<Nico Rosberg
Das zurückliegende Rennwochenende in Österreich war nicht einfach für uns. Umso schöner war es für mich, am Ende den Siegerpokal mitzunehmen und für das Team, mit beiden Autos auf den ersten beiden Plätzen über die Ziellinie zu fahren. Die Atmosphäre an der Strecke war fantastisch und angesichts der Nähe zu Deutschland fühlte es sich fast wie ein Heimrennen für mich an. Silverstone ist ebenfalls ein besonderes Rennen für mich, das ich im vergangenen Jahr gewinnen konnte. Das Rennen fand knapp nach meinem Geburtstag statt und das sorgte für ein richtig cooles Erlebnis: In Silverstone findet normalerweise nach dem Rennen ein Fan-Festival mit Rockbands und viel Programm statt. Auch ich bin dort fast in jedem Jahr dabei. Letztes Jahr stand ich für ein kurzes Interview auf der Bühne, als plötzlich alle Zuschauer für mich Happy Birthday sangen. Das war richtig cool! Die britischen Fans sind absolut fantastisch. Ich reise immer sehr gerne nach Silverstone, denn dort steht das Team ganz klar im Vordergrund. Es ist das Heimrennen für die vielen hundert Kollegen in Brackley und Brixworth und viele von ihnen werden mit ihren Familien und Freunden an diesem Wochenende vor Ort sein. Für sie möchte ich eine gute Show zeigen und das bestmögliche Ergebnis einfahren, um ihnen damit für all ihre harte Arbeit in dieser Saison zu danken.

Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef
Wir waren sehr erfreut, dass wir auch in Österreich ein Top-Ergebnis einfahren konnten. Das Wochenende in Spielberg war für uns eines der härtesten bislang in dieser Saison, an dem unsere Qualifying-Performance nicht mit unseren Erwartungen übereinstimmte. Umso schöner war es, dass wir mit einem weiteren Doppelsieg zurückschlagen konnten – ganz besonders, weil uns unsere Gegner im Verlauf des Rennens mehr denn je unter Druck setzten. Das zeigt erneut, wie wichtig es ist, sich zu 100 Prozent auf die bevorstehenden Aufgaben zu konzentrieren. Wenn wir unsere Ziele erreichen möchten, dürfen wir uns keinerlei Fehler erlauben, da stets jemand darauf lauert, diese zu bestrafen. Jetzt geht es nach Silverstone zu einem der Saisonhöhepunkte für unser Team. Das Rennen bietet für hunderte von Kollegen in Brackley und Brixworth die Gelegenheit, das Ergebnis ihrer harten Arbeit auf der Strecke zu verfolgen. Unsere Fahrer sind auf dieser Strecke beide besonders stark und wir erwarten erneut einen sehr engen Kampf zwischen ihnen. Auch viele unserer Konkurrenten sehen diesen Grand Prix als ihr Heimrennen an und werden hochmotiviert zu Werke gehen, um sich einen Vorteil zu erarbeiten. Einige Teams haben hier eine ganz besondere Erfolgsbilanz, sodass wir nichts als selbstverständlich ansehen dürfen. Es liegt an uns, sicherzustellen, dass unsere Motivation höher ist als bei allen anderen, um den unglaublichen Fans in Silverstone eine großartige Show zu bieten.
Paddy Lowe, Executive Director (Technical)
Es war ein großartiges Ergebnis für unser Team, in Österreich einen weiteren Doppelsieg einzufahren, insbesondere wenn man unsere schwächeren Startpositionen bedenkt. Ganz besonders Lewis hat mit seiner Aufholjagd von Startplatz neun bis an die Spitze eine beeindruckende Leistung gezeigt. Gleichzeitig war es äußerst zufriedenstellend, zu sehen, dass sieben Autos in den Top-10 von Mercedes-Benz Power angetrieben wurden. Während wir ein schwieriges Wochenende erlebten, war die Veranstaltung an sich absolut fantastisch. Uns hat die Rückkehr nach Österreich sehr gefallen und wir freuen uns darauf, in den kommenden Jahren wieder dort zu fahren. Jetzt blicken wir jedoch nach Silverstone, wo uns eine ganz andere Herausforderung erwartet als bei den bisherigen Rennen in diesem Jahr. Die Strecke besitzt ein sehr schnelles Layout, das die aerodynamische Performance bis ans Limit ausreizt. Wir haben unsere Wettbewerbsfähigkeit dort im vergangenen Jahr mit Nicos Sieg und der Pole Position von Lewis unter Beweis gestellt. Lewis hatte mit seinem Reifenschaden im letztjährigen Rennen extremes Pech, nicht das verdiente Ergebnis zu erzielen. Wir hoffen sehr, dass wir unsere starke Form dort fortsetzen können und freuen uns auf einen weiteren engen Kampf zwischen unseren beiden Fahrern. Die Strecke liegt nur einen Katzensprung von unseren Werken in Brackley und Brixworth entfernt. Aus diesem Grund wollen wir für jeden im Team sowie die fantastischen britischen Fans eine großartige Show abliefern.Silverstone: Inside Line
Lewis
Die Strecke in Silverstone kommt meinem Fahrstil sehr entgegen. Es ist ein sehr schneller Kurs, auf dem es entscheidend ist, ein stabiles Auto in den schnellen Kurven zu haben. Die erste Linkskurve wird beinahe mit Vollgas durchfahren. Danach folgt ein Richtungswechsel in Kurve zwei und erneut für die enge Haarnadel in Kurve drei. Dort tritt man hart in die Eisen, wobei es wichtig ist, genügend Speed durch die Kurve mitzunehmen, um dann für Kurve vier schnell wieder auf die rechte Seite zu wechseln. Von dort geht es weiter zu Kurve fünf und entlang der ersten DRS-Geraden.
Es folgt der alte Streckenteil, beginnend mit Brooklands (Kurve sechs) und danach Luffield (Kurve sieben). Luffield ist eine recht lang gezogene Kurve, die ewig weiterzugehen scheint. Am besten ist jedoch, dass man hier die vielen Fans auf den Tribünen sehen kann. Das ist fantastisch. Danach geht es entlang der ursprünglichen Zielgeraden bis zu Copse (Kurve neun) – das ist eine der coolsten Kurven der Strecke. Man schaltet schnell herunter und gibt dann wieder Gas. Dabei nutzt man am Kurvenausgang jeden Raum, um schnell auf Höchstgeschwindigkeit zu kommen.
Weiter geht es mit dem Maggotts/Becketts Komplex (Kurven zehn – zwölf), der einfach nur schnell ist. Hier benötigt man viel Abtrieb und hohen Grip, um schnell zu sein. Mit einem guten Kurvenausgang in Chapel (Kurve 13) geht es dann auf die zweite DRS-Gerade entlang der Hangar Straight bis zur Stowe Kurve (Kurve 15). Dort ist es recht wellig, aber man kann viel Speed mitnehmen und muss erneut am Ausgang jeden Millimeter nutzen.
Letztlich bremst man den Vale/Club Komplex (Kurven 16-18) hart an. Dort ist es sehr rutschig, es gibt weniger Grip als in den anderen Streckenteilen. Zuletzt heißt es noch einmal Gas zu geben und über die Ziellinie zu fahren. Das ist eine Runde in Silverstone!
Nico
Silverstone ist eine fantastische Strecke. Sie ist extrem schnell und als Zuschauer kann man dort richtiggehend sehen, was Formel 1-Autos mit Blick auf die Geschwindigkeit, den Abtrieb und alles andere so besonders macht. In diesem Jahr fahren wir die schnellen Kurven dank der neuen V6-Hybrid-Turbomotoren mit einer noch höheren Geschwindigkeit an – das macht es noch aufregender. Angesichts des geringeren Abtriebs werden die Fans auch mehr rutschende Autos zu sehen bekommen. So müssen die Fahrer ihre Fahrzeugkontrolle richtig unter Beweis stellen. Das sollte ziemlich spektakulär aussehen.
Copse (Kurve neun) ist für mich eine der härtesten Kurven, das gilt aber auch für Stowe (Kurve 15), die sich der Hangar Straight anschließt. Beide bieten recht gute Überholmöglichkeiten, besonders dank der DRS-Zonen. Das macht sie noch einmal mehr zu besonderen Highlights im Verlauf einer Runde. Es gibt nicht viele starke Bremszonen, es geht also darum, den Schwung durch die mittelschnellen und schnellen Kurven nicht zu verlieren.
Wir Fahrer kennen die Strecke sehr gut, da sie seit dem Beginn der Formel 1 in fast jedem Jahr zum Rennkalender zählte und auch viele Nachwuchsserien dort fahren. Dennoch kann Silverstone sehr unvorhersehbar sein – egal wie oft du schon dort gefahren bist. Das Wetter ist stets wechselhaft und es regnet normalerweise mindestens in einer Session des Wochenendes. Auch der Wind ist ein wichtiger Einflussfaktor. Er kann sehr stark sein und die Richtung im Verlauf des Wochenendes verändern. Das kann einen einschneidenden Einfluss auf die schnellen Abschnitte der Strecke haben. Gleichzeitig muss man auch seine Bremspunkte für die langsamen Kurven verändern. Es ist eine riesige Herausforderung und ich freue mich sehr darauf, diese mit meinem Auto in Angriff zu nehmen.
Am Kommandostand
Die Strecke
Silverstone ist eine der ältesten Strecken im Rennkalender. Obwohl der Kurs im Verlauf der Jahre verändert wurde, gehört er seit dem Beginn der Formel 1-Weltmeisterschaft fast durchgängig zum Inventar eines Formel 1-Jahres. Ein Blick auf den Streckenverlauf verrät: Es gibt nur sehr wenige langsame Kurven, dafür aber viele mittelschnelle und schnelle. Das stellt eine ganz andere Herausforderung dar, als die bisherigen Strecken in dieser Saison. Ein interessanter Bestandteil der aktuellen Streckenvariante ist die neue Boxengasse, die 2014 zum dritten Mal genutzt wird. Das Ungewöhnliche daran ist, dass es – selbst bei einem Speedlimit von 80 km/h – einen Tick schneller ist, durch den ersten Abschnitt der Boxengasse zu fahren, als auf der Strecke zu bleiben. Denn so lässt man die drei Kurven Vale, Club und Abbey aus. Natürlich ist die Gesamtzeit in diesem Sektor immer noch langsamer, wenn man einen Boxenstopp absolviert, aber es ist selten, dass es so einen engen Zeitunterschied zwischen der Fahrt durch die Boxengasse und auf der Strecke gibt. Die Strecke wird im Laufe eines Jahres regelmäßig befahren, womit die Weiterentwicklung an einem Wochenende weniger wichtig ist als auf vielen anderen Kursen. Im Verlauf der Freitagstrainings gibt es einige Veränderungen, wenn sich Gummi auf der Oberfläche ablagert, aber ab Samstag verhält sich das recht konstant – vorausgesetzt es bleibt trocken.
Die Fahrer
Die Leistungen von Lewis waren in Silverstone stets außergewöhnlich. Diese Strecke gehört neben Montreal zu jenen, auf denen er traditionell stark ist. Der High-Speed-Charakter der Strecke kommt seinem Fahrstil sehr entgegen. Natürlich ist es auch sein Heimrennen, was verschiedene Fahrer auf unterschiedliche Art und Weise beeinflusst. Einige haben mit dem zusätzlichen Druck, vor ihrem Heimpublikum zu fahren, Schwierigkeiten, Lewis nutzt diesen hingegen, um sein Bestes zu geben und seinen Fans eine gute Show zu bieten. Der psychologische Effekt, die Menge hinter sich zu wissen, macht ihn zweifelsohne stärker. Das ist umso interessanter, wenn man bedenkt, dass ein starker Lewis auch das Beste aus Nico herausholt. Der Zweikampf der beiden sollte an diesem Wochenende so eng wie noch nie sein.
Klima
Die Wetterverhältnisse in Silverstone sind traditionell sehr wechselhaft. Selten gab es hier ein Rennwochenende, an dem es nicht wenigstens einmal im Verlaufe einer Session geregnet hat. In der Saison 2013 fanden zum Beispiel beide Freitagstrainings im Nassen statt. Das Samstagstraining begann derweil im Trockenen und endete im Nassen. Das Qualifying war ebenfalls verregnet, aber im Rennen blieb es trocken. Umso schwieriger sind Vorhersagen, insbesondere für die Reifenwahl. Im vergangenen Jahr war das Wissen um das Verhalten der Trockenreifen zu Rennbeginn relativ gering. Auch Temperaturveränderungen können großen Einfluss haben. Es ist hier nicht ungewöhnlich, dass die Umgebungstemperaturen von einem Tag zum anderen zwischen 18 und 27 Grad schwanken. Das ähnelt den Schwankungen, die wir oftmals in Melbourne oder Montreal erleben. Aus diesem Grund können die Autos nicht so sehr am Limit abgestimmt werden, wie es die Teams gerne hätten, ganz besonders mit Blick auf die Kühlung. Die Wettervorhersagen sind in Silverstone normalerweise recht verlässlich und stimmen meistens bis auf ein paar Grad überein. Dennoch kann die Wolkendichte einen merklichen Einfluss haben, weshalb die Teams stets vorsichtig sind. Die Lage auf einem ehemaligen Flugplatz ist ein weiterer Schlüsselfaktor, vor allem für die Fahrer. Auf den meisten Strecken sind Windgeschwindigkeiten bis zu acht km/h die Norm. In Silverstone sind jedoch Windgeschwindigkeiten von 22-23 km/h und Windböen bis zu 40 km/h keine Seltenheit. Auch die Windrichtung kann sich von einem Tag auf den anderen radikal verändern. Der Wind kann sich durchaus um 180 Grad drehen. In der Vergangenheit musste man danach die Getriebeübersetzung anpassen. Die Teams fuhren die bestmögliche Konfiguration und ließen einen gewissen Spielraum für den nächsten Tag. Heutzutage sind die Getriebeübersetzungen festgeschrieben und spielen somit keine Rolle mehr. Die Einstellung der Flügel und des Autos werden vom Wind aber immer noch beeinträchtigt.
Safety Cars
Safety Car-Einsätze sind in Silverstone normalerweise nicht sehr verbreitet. Die Strecke ist recht breit und bietet in den meisten Kurven weitläufige Auslaufzonen. Somit gibt es im Normalfall genügend Raum, um ausgefallene Autos ohne Unterbrechung zu bergen. Außerdem gehören die Streckenposten hier zu den Besten der Welt. Der Rennsport ist in Großbritannien in der Kultur verankert und die Streckenposten lösen die meisten Zwischenfälle schnell und effektiv.
Überholen
Es mag nicht so deutlich sein wie in Montreal, aber Silverstone gehört zu den Strecken im Rennkalender, auf denen sich die meisten Überholmöglichkeiten bieten. Die High-Speed-Charakteristik des Kurses bedeutet, dass die Fahrer mutig sein müssen, aber dann gibt es einige Schlüsselbereiche im Verlauf einer Runde, die Überholmanöver ermöglichen. Es gibt viele Kurven, in die der Fahrer viel Speed mitnehmen kann. Dabei kann er aber auch verschiedene Linien fahren – sowohl in der Kurve als auch am Ausgang. Das kann zu Überholmanövern führen.
Reifen
Bei diesem Rennen kommen die mittlere und die harte Reifenmischung zum Einsatz. Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass diese Strecke mit Blick auf die Belastung der Reifen zu den anspruchsvollsten des Jahres zählt. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die härtesten Mischungen zu verwenden. In der Saison 2013 gab es einige Reifenschäden, die aufgrund der Streckencharakteristik nur in Silverstone auftreten konnten. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich dies in diesem Jahr nicht wiederholen wird. Die Mischungen für die Saison 2014 sind konservativer als jene im Vorjahr und haben auf den bisherigen Strecken in diesem Jahr sehr gut funktioniert – zum Beispiel in Sepang.
Energierückgewinnung
Anders als auf Strecken wie etwa in Barcelona gibt es hier nur sehr wenige starke Bremszonen, in denen Energie schnell zurückgewonnen werden kann. Aus diesem Grund gilt: Je effizienter eine Power Unit beim Sammeln und Abgeben von Energie ist, desto besser wird ihre Leistung sein. Obwohl Silverstone nicht wie Montreal an der Spitze der „Power Circuits“ liegt, kann ein starkes Power Unit-Paket aufgrund der Anforderungen an eine gute Energie-Effizienz auch hier den Unterschied ausmachen.
Jubiläen
Mercedes-Benz Geschichte
29. Juni 1989 – vor 25 Jahren:
Im Rahmen einer Umstrukturierung der Daimler-Benz Gruppe wird die Mercedes-Benz AG gegründet und Prof. Werner Niefer zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Unter der Leitung der Daimler-Benz AG als Mutterkonzern agieren die Mercedes-Benz AG, AEG AG und die Deutsche Aerospace AG als unabhängige Unternehmen.
Rennsport-Geschichte
27. Juni 1985 – vor 29 Jahren:
MERCEDES AMG PETRONAS Fahrer Nico Rosberg wird geboren.
Im Rampenlicht
4. Juli 1914 – vor 100 Jahren:
Lyon, 4. Juli 1914: Das letzte Grand Prix Rennen vor dem Ersten Weltkrieg und ein Meilenstein in der Motorsportgeschichte von Mercedes. Das Rennen wurde auf einer 37 km langen Streck
e auf öffentlichen Straßen in Frankreich ausgetragen und erlebte einen 20 Runden langen Kampf, der von Peugeot und Mercedes dominiert wurde.
Bei der Veranstaltung trafen sich die Weltelite der Fahrer und Fahrzeuge. Dabei produzierten die Hersteller brandneue Fahrzeuge, um dem neuen Reglement mit einem maximalen Motor-Hubraum von 4,5 Litern zu entsprechen. Die Mercedes-Lösung sollte sich als Klassenprimus erweisen: Der Vierzylinder-Motor leistete bis zu 3.000 Umdrehungen pro Minute, also fast ein Drittel mehr als der Standard der damaligen Zeit.
Mercedes setzte bei seinem speziell entwickelten Motor auf eine Vier-Ventil-Technologie, die mit einem Aluminium-Kurbelgehäuse und Stahlzylindern ausgestattet war. Während sich die Ventile selbst kühlten, bildete ein fortgeschrittenes Zündsystem – mit zwei Zündkerzen auf der einen Seite jedes Zylinders sowie einer auf der anderen – ein weiteres einzigartiges Element dieses bahnbrechenden Designs.
Insgesamt kamen mehr als 300.000 Zuschauer, um die Spitze der automobilen Technologie aus erster Hand zu erleben. Am Rennen nahmen 37 Fahrzeuge teil. Die Veranstaltung wurde als Zeitfahren ausgetragen, bei dem die Teilnehmer in Intervallen von 20 Sekunden starteten. Jeder von ihnen riskierte Leib und Leben bei dem Versuch, das 752 km lange Rennen als Schnellster zu beenden.
Als die Autos aus den ersten Kurven herausfuhren, lag Max Saller in seinem Mercedes an der Spitze. Später fiel er jedoch in Runde fünf mit einem Motorschaden aus. Danach übernahm Georges Boillot im Peugeot die Spitze. Hinter dem Franzosen zeigten die Mercedes-Fahrer Christian Lautenschlager, Louis Wagner und Otto Salzer großartige Fahrten durch das Feld – sie belegten zur Rennmitte die Plätze zwei, vier und fünf.
Drei Runden vor Schluss übernahm Lautenschlager die Führung und auch seine Teamkollegen Wagner und Salzer holten mit riesigen Schritten auf Boillot und dessen Landsmann Jules Goux auf. Letzteren überholten sie in der Schlussphase des Rennens. Lautenschlager überfuhr die Ziellinie als viel umjubelter Sieger mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 65,665 km/h. Dahinter ereignete sich ein Ausfalldrama um Boillot, dessen Motor kaputt ging.
Somit rückten Wagner und Salzer jeweils eine Position auf und komplettierten das allererste Mercedes Grand Prix Podium.
4. Juli 1954 – vor 60 Jahren:
Mercedes-Benz gab 1954 bei seinem Debüt in der Formel 1 ein Sensations-Comeback im Grand Prix-Rennsport. Die ersten Weichen dafür wurden bereits 1953 gestellt, als der damalige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz AG – Fritz Könecke – sich ein ambitioniertes Ziel für die Wiederaufnahme der internationalen Rennaktivitäten setzte: Er wollte schon im darauf folgenden Jahr sowohl die Formel 1- als auch die Sportwagen-Weltmeisterschaft gewinnen.
Das Herz des Projekts war der W 196 R: Ein komplett neues Konzept, das eine Reihe einzigartiger Ideen beinhaltete, die zusammen ein nahezu alles gewinnendes Rennfahrzeug ergaben. Zwei Karosserien, drei Varianten mit verschiedenen Radständen, ein leichter Rahmen und unheimlich starke Bremsen bildeten die Basis. Diese wurde ergänzt durch einen Achtzylinder-Motor mit 2,496 ccm Reihenkonfiguration und Direkteinspritzung. Der Motor leistete mehr als 250 PS und erreichte mit dem W 196 R Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 300 km/h.
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Die neue Generation der Silberpfeile startete zum ersten Mal beim zweiten Europa-Rennen der Formel 1-Saison 1954 in Frankreich. Der W 196 R erzielte die schnellste Trainingszeit und übertraf bei seinem Renndebüt am 4. Juli in Reims alle Erwartungen der neuformierten Truppe. Der Weltmeister von 1951, Juan Manuel Fangio, nahm neben Karl Kling und Hans Herrmann im Cockpit Platz: Die Kombination aus Fahrern und Fahrzeug bewirkte sofortige Erfolge. Während Herrmann vorzeitig ausschied – kurz nachdem er die schnellste Rennrunde gefahren war -, dominierten Fangio und Kling das Rennen und erzielten einen viel umjubelten Doppelsieg. Im Ziel trennten sie nur 0,1 Sekunden. Dabei hatten sie einen Vorsprung von einer ganzen Runde auf den Rest des Feldes. Dieser sensationelle Erfolg hatte auch eine historische Bedeutung, denn exakt 40 Jahre zuvor gewann Mercedes am 4. Juli 1914 den Frankreich Grand Prix in Lyon.

Gemäß der Vorgabe von Fritz Könecke stand 1954 der Gewinn des WM-Titels im Mittelpunkt der Bemühungen. Nachdem das Stromlinien-Fahrzeug auf dem winkligen Kurs in Silverstone Probleme hatte, bereitete Chefingenieur Rudolf Uhlenhaut die zweite Variante des W 196 R vor: Einen eher klassischen Monoposto Grand Prix-Wagen mit freistehenden Rädern. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr für die Mercedes und es sollte bei jedem der verbleibenden Saisonrennen mindestens ein Silberpfeil-Fahrer auf dem Podium stehen. Fangio siegte in Deutschland, der Schweiz und in Italien. Zudem wurde er in Spanien Dritter. Herrmann stand in der Schweiz als Dritter auf dem Podium. Mit seinem Sieg in der Schweiz sicherte sich Fangio seinen zweiten WM-Titel. Insgesamt gewann er sechs der neun Saisonrennen.

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